Naturgartentag 2013

Die Tagung BEWEGTE GÄRTEN & BEWEGTE GÄRTNER fand am 8. November 2013 an der ZHAW Wädenswil statt

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Bewegte Gärtner und Gärtnerinnen
Morgenprogramm 9.00 bis 12.30 Uhr

Gesellschaft und Gärten sind in Bewegung. Wie können Gärtnerinnen und Gärtner diese neue Dynamik erfolgreich in ihre Arbeit einfliessen lassen?

  • Einführung zum Thema
  • Urban Agriculture und soziale Ökonomie als Elemente einer sozial-ökologischen Transformation für ein nachhaltiges Dasein
    Isidor Wallimann, Gastprofessor und Mitinitiant Urban Agriculture Basel
    Sowohl Urban Agriculture als auch die soziale Ökonomie wollen das Dasein vermehrt aus der «lokalen» Perspektive heraus denken und verstehen. Gleichzeitig stellen beide die Frage, wie mit dieser Perspektive auch ein Beitrag für ein nachhaltiges Dasein erbracht werden kann. Am Beispiel von Basel wird aufgezeigt, wie so eine Alltagspraxis und Grundlage für die sozial-ökologische Transformation entwickelt werden kann. Dabei werden Aspekte wie «Globalisierung - Lokalisierung», Ernährungssouveränität, soziale Gerechtigkeit, Rolle von Alternativwährungen angesprochen.

Kaffee

  • Mit der Natur im Kopf und dem Spaten in der Hand – der Garten als Projektionsfläche und Identifikationsraum
    Nicole Uhrig, Lehrbeauftragte und Gastprofessorin, Berlin
    Unsere Gärten und Landschaften sind von jeher ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und Kultur. Die aktuelle Entwicklung unserer Gärten folgt mitunter kurzlebigen Modeerscheinungen, doch manifestieren sich in ihnen vor allem gesellschaftliche Bedürfnisse und kulturgeschichtlich gewachsene Muster. Unser Verhältnis zur Natur spielt dabei eine tragende Rolle. Woher stammen jene Bedürfnisse und Muster? Und wie wollen wir künftig damit umgehen?
  • Food Skills – wie Essbewusstsein und Naturverbundenheit zu Statussymbolen werden
    Frerk Froböse, Senior Researcher beim GDI Gottlieb Duttweiler Institute, Rüschlikon
    Der selbstverständliche Umgang mit Lebensmitteln ist verloren gegangen. Lange erschütterten Lebensmittelskandale das Vertrauen in die Food-Industrie. Nun greift ein neues Essbewusstsein um sich. Konsumentinnen und Konsumenten ermächtigen sich selbst und entwickeln neue Food Skills, um die Hoheit über ihren Teller zurückzugewinnen. Wer über sein Essen Bescheid weiss, gewinnt an Status. Allerdings ohne den Weinkenner-Dünkel: Heute kann jede/-r Food-Kenner/-in werden.
  • Diskussionsrunde

Mittagessen (Das Mittagessen ist im Preis inbegriffen, hervorragende Bio-Küche)

    Mittagsprogramm 14.00 bis 17.00 Uhr
    Bewegte Gärten

    Nur ein Garten in Bewegung ist lebendig, manchmal merkt man es kaum, weil es eher ein Prozess als eine Bewegung ist, oder weil die Bewegung so klein ist, dass es eine besondere Beobachtungsgabe erfordert.

    • Dynamik und Sukzession im Naturgarten erleben
      Peter Steiger, Landschaftsarchitekt, Rodersdorf
    • Ein Kurzfilm: Lebensraum Naturgarten – Winzlinge auf der Bühne
      Jonas Frei, Student und freischaffender Dokumentarfilmer
      Kahl und leer kommen sie daher, die meisten Gärten unserer Zeit. Immergrüne Lebensbäume und vergiftete Rasenmonokulturen scheinen die wichtigsten Bausteine der grünen Oasen vor dem Eigenheim zu sein. Aber es geht auch anders; lässt man der Natur genügend Platz, lebt der Garten. Der Kurzfilm nimmt Sie mit in die wunderbare Welt eines Naturgartens, schaut genau hin und bietet den herumkrabbelnden Winzlingen eine Bühne.
    • Wildtiere in der Stadt: was bringt die Forschung für die Praxis?
      Dr. Fabio Bontadina. Büro swild, Zürich, Wildtierforscher
      In den Städten lebt eine Vielzahl von Tieren – aber auch immer mehr Menschen. Sind die Voraussetzungen für eine grosse Artenvielfalt vereinbar mit unseren Ansprüchen an Erholungsräume und Alltagslandschaften? Was müssen wir über die Wildtiere wissen, um sie zu schützen und zu fördern? Und wie müssen wir mit der Natur in der Stadt umgehen, damit sowohl Menschen als auch Tiere profitieren?
    • Porträt Grünwerk: Die Geschichte einer Kuhweide, die keine mehr sein wollte
      Stefan Nänni, Gartenbauunternehmer und Planer Grünwerk, Winterthur
      «Bewegung»: Ein lebloser Garten, eine Kuhweide und eine Obstanlage verwandeln sich innert kurzer Zeit zu lebendigen, artenreichen Kleinoden. Zwei Beispiele, wie man plant, was es dazu braucht. Und wie bleibts erhalten? Utopie oder Realität?
    • Schlusswort und Résumé

    Über die Referenten

    Isidor Wallimann absolvierte zuerst ein Studium in Ökonomie und Landwirtschaft. In einem Zweitstudium promovierte er in Soziologie. Als Dozent war er an den Universitäten Bern und Fribourg und als Professor in den USA, der FHNW und für den Schweiz. Nationalfonds tätig. Zurzeit ist er Gastprofessor an der Syracuse University, NY, USA. Er ist Mitbegründer und Präsident von www.urbanagriculturebasel.ch und des Vereins Soziale Ökonomie Basel www.viavia.ch/netzbon. Hier und als Akademiker möchte er zur sozial-ökologischen Transformation für ein nachhaltiges Dasein beitragen.

    Dr.-Ing. Nicole Uhrig (*1970) studierte Landschaftsarchitektur und -planung in Berlin und Barcelona. Sie war in den Planungsbüros G. Kiefer und STrauma in Berlin tätig und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Udo Weilacher an der Leibniz-Universität Hannover. 2011 promovierte sie zum Thema «Landschaftsarchitektur als Baustein unternehmerischer Corporate-Identity-Konzepte» an der TU München und ist derzeit als Lehrbeauftragte und Gastprofessorin tätig.

    Frerk Froböse ist Senior Researcher beim GDI Gottlieb Duttweiler Institute und erforscht als Sozialanthropologe das zeitgenössische Konsumverhalten und dessen Auswirkungen auf gesellschaftliche Trends und Tendenzen. An den Universitäten von Utrecht, Bologna und Oxford (M.Sc.) studierte er Sozialwissenschaften. Seine thematischen Schwerpunkte sind Wohnen, die gebaute Umwelt, Mobilität und Tourismus.

    Jonas Frei (*1992) studiert Landschaftsarchitektur an der HSR, ist seit je natur- und filmbegeistert und hat mit seinen eigenen Filmaufnahmen unter anderem in der «Netz Natur»-Sendung «Wem gehört der Garten» beim Schweizer Fernsehen mitgearbeitet.

    Dr. Fabio Bontadina, Wildtierbiologe (*1963) studierte Zoologie und Informatik an der Universität Zürich und beobachtete im Rahmen seiner stadtökologischen Abschlussarbeit das Verhalten von Igeln bei der Überquerung von Strassen. Er promovierte mit Forschungsarbeiten zum Artenschutz von gefährdeten Fledermausarten an der Universität Bern. Heute arbeitet er in der Geschäftsleitung der Arbeitsgemeinschaft SWILD in Zürich, die in den Bereichen Wildtierforschung, Naturschutz und Siedlungsökologie tätig ist.

    Stefan Nänni, Gartenbauer, dipl. Umweltfachmann, Geschäftsführer Grünwerk AG Gärtner und Planer Winterthur. Grünwerk plant und baut seit 25 Jahren Gärten und Anlagen mit naturnahem, handwerklichem und gestalterischem Anspruch.

    Referentin Uhrig
    Podium
    Referentin, Podium und Kulinarisches vom Naturgartentag 2013