Heimische Wildflora

Was versteht man unter einheimischen und heimischen Wildpflanzen?

Pflanzen, die seit der Eiszeit bis zum Jahr 1492 spontan eingewandert sind oder durch die Menschen eingeführt wur­den und sich ohne Zutun des Menschen fortpflanzen, gelten als ­heimisch. Die Grenze zwischen «einheimisch» wird auf 1492 (Weltentdeckungen) gelegt, weil ab dieser Zeit der Transport von Pflanzen regelmässig praktiziert wurde. Der Begriff  ist dennoch unscharf. Nebst der Zeitachse wird die geografische Verbreitung berücksichtigt, bei uns "Mitteleuropa". Weiter gelten die entsprechenden Klimazonen und natürlichen Vorkommen (Lebensräume, Habitate, Biotope), in denen eine Art vorkommt, damit sie als «standortgerecht» gilt: «mitteleuropäisch», «subalpin», «alpin» etc. Als Referenzwerk gilt: Lauber, K., Wagner, G., 1.-5. Auflage, 1996-2012: Flora Helvetica. BEISPIELE: Buche, Wurmfarn.

Als Wildpflanze gelten alle Arten, welche nicht  züchterisch verän­dert wurden. Wildpflanzen sind daher nie Sorten, sondern reine Arten. Ihre kleinste Einteilung sind Unterarten (ssp.).

WARUM  BEVORZUGEN?

Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel und viele andere heimische Tierarten sind als Nahrungsgrundlage auf einheimische Pflanzen angewiesen. Mit der Verwendung von Bio-zertifizierten Wildpflanzen erhalten Sie generativ vermehrte Pflanzen, die zur Erhaltung der genetischen Vielfalt beitragen. Regional produzierte Pflanzen sind gut angepasst und robust.

Der ökologische Wert von Wildgehölzen ist beeindruckend. So bietet Liguser (Ligustrum vulgare) Lebensgrundlage für 11 Kleinschmetterlinge, Ligusterschwärmer, vier Rüsselkäfer, 21 Vogelarten, zehn Säugetierarten. Die Salweide bringt es gar auf 317 Tierarten! Am anderen Ende der Skala der Kirschlorbeer: Er bietet Beeren für 4 Vogelarten.

Weiterführender Link: Infoflora www.infoflora.ch

Wer baut das? Naturgartenbau-betrieb finden
Wo kann ich Beispiele sehen? Schaugarten finden

Quelle

Bioterra,
Glossar
(Freitag, 01. Juni 2012)
Kategorie: 
Naturgarten - Lebensräume
Elemente des Naturgarten