Naturgartentag 2014

"WACHSENDE GÄRTEN UND IHRE PFLANZEN" Fachtagung vom 14. November 2014 an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW Wädenswil

Am diesjährigen Naturgartentag standen die «langsamen Prozesse von Gartenräumen» im Mittelpunkt.
Nach ökologischen, gestalterischen und nutzungsbedingten Gesichtspunkten beleuchteten wir den Begriff «standortgerechte Pflanzen».
Die Tagung war ein Plädoyer für den gewachsenen Garten über lange Zeit. Der neue Aufschwung für mehr Biodiversität beruht auf verbesserten Fakten und hat Chance, sich von «Glaubensfragen» zu emanzipieren: Das Wissen über Pflanzenverwendungen soll verbessert und differenziert werden.

Dokumente: 

Tagungsdokumentation PDF
Presseschau: im «dergartenbau» vom 27. November PDF
Presseschau: im g'plus vom 2. Dezember  PDF

Bilder-impressionen siehe ganz unten
Leider können von dieser Veranstaltung aus Urhebergründen keine Präsentationen gezeigt werden.

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In Kooperation mit der ZHAW,
IUNR Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen.

 

Details zum Programm

Freitag, 14. November 2014
ab 8:15   Einschreiben
9:15         Begrüssung und Einführung von Rolf Heinisch und Clemens Bornhauser


9:45        "Gestalten mit Pflanzen, vom Grundgedanken zur Umsetzung: Was bedeutet "standortgerecht" für den Siedlungsraum?"
Derzeit gibt es verschiedene Strömungen mit Pflanzen in unseren Anlagen umzugehen. Einige wollen der „Natur“ freien Lauf lassen, andere unentwegt perfekt gestaltete und gepflegte Gärten um sich herum sehen. Doch gibt es einen Weg, die beiden Lager zu versöhnen? Der Vortrag zeigt Chancen auf, gestalterische Grundlagen in die Planung und Ausführung einfließen zu lassen.
Professor Mark Krieger (*1968) studierte Landespflege in Weihenstephan. Er hat ein Planungsbüro für Pflanzenverwendung in Hamburg. Die Pflanzungen auf Gartenschauen wie der IGS 2013 in Hamburg und für das Kurhaus Oberwaid bei St. Gallen gehören ebenso zu seinem Portfolio wie die Konzeption der Pflanzungen der neuen Hochschule Grangegorman, Dublin oder das Alleenkonzept für Hamburg- Harburg. Seit 1. September 2014 ist Mark Krieger zum Professor für Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur an der HSR Rapperswil berufen.


10:15     "Gewachsene Strukturen – lebendige Geschichte, was alte Gärten erzählen"
Die Auseinandersetzung mit alten Gärten und ihren überlieferten Strukturen ist in der Zeit der "Verdichtung nach Innen" zur regelmässigen Aufgabe der Landschaftsarchitektur geworden. Was zunächst häufig als Belastung für neue Konzeptideen empfunden wird, kann sich zur grossen Bereicherung in gestalterischer wie auch ökologischer Hinsicht entwickeln. Wichtig ist, dass man sich auf die vorhandenen Spuren einlässt und sie zu deuten lernt. Im Referat werden einige Zürcher Beispiele der letzten Jahre gezeigt und kritisch gewürdigt.
Judith Rohrer-Amberg (*1961) studierte Landschaftsarchitektur in Rapperswil bei Dieter Kienast und arbeitete anschliessend als Objektplanerin bei Heinrich Grünenfelder in Niederurnen und dem Atelier Stern&Partner in Zürich. Nach einem Nachdiplomstudium ist sie seit 1990 Gartendenkmalpflegerin der Stadt Zürich und war massgebend am Aufbau dieser in der Schweiz noch immer einzigen Fachstelle beteiligt.


11:30     "schön. wild. ein heimischer Blütentraum"
Eine Bilderschau zur Schönheit und Vielfalt einheimischer Wildpflanzen: Mit Musik untermalt, pulsiert ein traumhafter Bilderreigen und lädt ein, mitzuschwingen in diesem blumigen Universum.
Erika Gussmann (*1957) hat vor rund 10 Jahren den NGL-Lehrgang an der Hochschule Wädenswil absolviert. Als Lernunterstützung begann sie, einheimische Pflanzen zu fotografieren. Es folgten verschiedene fotografische und botanische Weiterbildungen. Sie arbeitet u.a. Teilzeit in der Wildstaudengärtnerei Patricia Willi.


12:00     Mittagessen; "Mietkoch" Andreas Bossert zaubert wieder ein Buffet aus der Bioküche.


14:00     Übergabe der Ausweise der Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs NGL


14:30     "Pfeifengraswiese statt Prärievegetation – Einheimische Vegetationstypen als Vorbilder für die Gartengestaltung"
Vor lauter Indian Summer und Prärie in Staudenmischpflanzungen gehen die heimischen Pflanzen in ihrer Vielfalt an Farben und Standortansprüchen häufig vergessen. Gute Beobachtung und Kenntnis der heimischen Vegetation unterschiedlichster Standorte ermöglichen strukturreiche, farbenprächtige und langblühende Pflanzungen – Aspekte, welche in der zum Teil fast schon ideologischen Diskussion um Biodiversitätsförderung vergessen zu gehen drohen.
Christian Wiskemann (*1964) studierte Biologie, Schwerpunkt Geobotanik an der ETH Zürich. Seit der Diplomarbeit über Ruderalvegetation in der Stadt Zürich interessiert er sich für die Biodiversität in der Siedlung. Er ist Mitinhaber des Planungs- und Beratungsbüros quadra gmbh mit Sitz in Zürich, welches in einem breiten Tätigkeitsfeld von Landschaftsarchitektur über Landschaftsgestaltung bis zur Agrarökologie tätig ist.


15:00    "Massnahmen zur Förderung von naturnahen Grünflächen im Siedlungsraum"
Naturnahe Grünflächen im Siedlungsraum tragen nicht nur zur Erhöhung der Biodiversität bei; auch der Mensch profitiert von naturnahen Grünflächen in seiner Wohnumgebung.
Wie können solche Flächen in Zukunft vermehrt umgesetzt werden? Welche Massnahmen können diesen Prozess unterstützen?

Diesen Fragen ging Karin Frei in ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Förderung naturnaher Grünflächengestaltung und -pflege im Siedlungsraum“ nach und präsentiert die wichtigsten Erkenntnisse daraus.
Karin Frei (*1980) studierte Umweltingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Urbaner Gartenbau an der ZHAW in Wädenswil. Zurzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Assistentin im Forschungsbereich Urbane Grünräume an der ZHAW in Wädenswil.


15:30     "Die aktuelle Kartierung der Flora des Kantons Zürich – Zwischenstand mit einem Schwerpunkt auf Siedlungsgebieten"
Von 2012 bis 2016 soll die Flora des Kantons Zürich quantitativ durch über 100 Freiwillige der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft erfasst werden. Ich werde Ihnen das Konzept des Projektes sowie den derzeitigen Zwischenstand präsentieren. Als Schwerpunkt werde ich auf die Bedeutung von Siedlungsgebieten sowohl als Quelle von Neophyten als auch als Refugium für einheimische Arten eingehen.
Dr. Michael Kessler (*1967) ist in Peru aufgewachsen, hat in Göttingen (DE) Biologie studiert und dort auch habilitiert. Seit 2008 ist er Oberassistent und wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens an der Universität Zürich. Als derzeitiger Vizepräsident der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft ist er von Anfang an an der Konzeption und Umsetzung des Projekts Flora des Kantons Zürich (FloZ) beteiligt gewesen.


16:00     "Surprise Bernoise" von Peter Steiger


16:15     PRIX BIOTERRA Preisverleihung und anschliessend feierliches Apero


Für Fragen senden Sie eine E-Mail an Herrn Clemens Bornhauser: c.bornhauseratbioterra.ch

Naturgartentag 2014
Mark Krieger
Judith Rohrer
Erika Gussmann
Rolf Heinisch
Christian Wiskemann
Michael Kessler
Mittagessen
Zuhören
Naturgartentag 2014 und Prix Bioterra 2014