Fröhlich heitere Osterzeit!

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Im Garten strecken nun Violas, Vergissmeinnicht und Schlüsselblumen ihre Blüten der Sonne entgegen. Gestalten Sie mit diesen Frühlingsblumen auf Ihrem Balkon oder Sitzplatz ein stimmungsvolles Tischgärtchen für die Ostertage.

Von Anita Leuthold

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Nun gibt es kein Halten mehr: Sobald ich die Amseln frühmorgens zwitschern höre, möchte ich möglichst alles entdecken, was aus der Erde und kahlen Ästen hervorspriesst, und einfach spüren: Jetzt ist der Frühling da!

Beim Spaziergang durch den Garten fallen mir Narzissenarten auf, bei denen ich mich frage, woher sie wohl kommen. Und plötzlich weiss ich es wieder: Ach ja, letzten Herbst habe ich da und dort eine Zwiebel in den Garten gepflanzt! Auch die blühenden Primeli sind schiere Freude. Weniger glücklich bin ich über die roten und gelben Tulpen, die mir etwas zu langweilig sind. Dafür aber sind sie treu, denn sie kehren seit 20 Jahren jeden Fühling wieder. Im Gegensatz zu den Sorten, die ich gerne hätte und die sich aber stets nach ein bis zwei Jahren auf Nimmerwiedersehen verabschieden. Ein Dauerbrenner unter den Tulpen sind in meinem Garten die dunkelsten Sorten ‘Queen of Night’ und ‘Black Parrot’, die ich für meinen Blumenladen anpflanze. Auch das süsse, rosa ‘Angelique’-Tülpchen spricht mich an. Und nicht zu vergessen alle Sorten Wildtulpen, unter denen mir die Tulipa turkestanica und saxatilis am besten gefallen. Einer meiner Gartenschätze ist ein feines, rotes, spät blühendes Mai-Tülpchen aus dem «Beth-Chatto-Garden-Shop». Im Blumenladen biete ich übrigens Tulpen an, die nicht jedermann im Garten hat. Das sind etwa die langstieligen, französischen sowie Papagei-Tulpen – wenn immer möglich aus Schweizer Anbau.

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In den Gemüsebeeten wachsen wilde, kleinblumige Hornveilchen und Vergissmeinnicht, die sich selbst vermehrt haben. Für meine Kundschaft picke ich jeweils unter den Violas die Rosinen heraus; es gibt jedes Jahr neue, spannende Farben. Auch würde mich die Viola-Sorte ‘Rogglis-Elitemischung’ «gluschten», um etwas damit zu kombinieren. Bei Roggli denke ich jedes Mal an meine Lehrzeit in der Gartenbauschule Hünibach zurück, als wir im Frühling stundenweise in der Gärtnerei Roggli halfen, Violas zu pikieren. Grosse Freude bereitet mir die einheimische Schachbrettblume Fritillaria meleagris, die bescheiden in einer steinigen Rabatte an der Ostseite des Hauses wächst. Wahrscheinlich wäre sie in der moosigen, feuchten Wiese glücklicher. Vielleicht würde sie sich dann richtig ausbreiten? Ich sollte das Umpflanzen der Zwiebelchen in Angriff nehmen . . .

Mein Gartenbummel dient zurzeit auch der Materialsuche. Das Eierfärben für Ostern steht an. Gerne verwende ich Blätter der Winterlinge, Primeliblüten, Blätter vom Wiesenknopf, kleine Löwenzahnblätter, filigrane Schafgarbenblättchen. Sorgfältig fixiere ich die Blättchen mithilfe von Faden um die weissen oder braunen Eier, lege sie in einen Sud mit Zwiebelschalen und koche sie während ca. 10 Minuten.

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Ein Frühlingstisch mit Osterstimmung

Auf meinem Blechtischchen habe ich ein paar spezielle Frühlingsboten arrangiert. Ein solches mobiles Tischgärtchen lässt sich vor der Haustüre, auf dem Balkon oder einem geschützten Ort draussen platzieren. Am besten dort, wo man täglich vorbeikommt und sich daran erfreuen kann. Einige Frühlingsblüher wie Viola, Vergissmeinnicht, kleine Narzissen und Duftveilchen können auch aus dem Garten sorgfältig ausgegraben und nach dem Verblühen wieder zurück in den Garten gepflanzt werden. In Schalen oder Töpfe gesetzt, mit Moos, Federn und Eiern ausgarniert, lässt sich eine frühlingshafte Stimmung zaubern. Die Aurikeln finden bei mir immer grossen Anklang; sie überwintern jahrelang im Tontopf und lassen sich in der Blütezeit als blühende Topfpflanze aufstellen. Frühlingsblühende Stauden in grösseren Töpfen können ebenfalls hübsch kombiniert werden. Beispielsweise geselle ich einen blühenden Rosmarin zu einer Wolfsmilch. Nun braucht es nur noch eine Blechgiesskanne bei meinem Tischchen, und fertig ist der kleine Frühlingsgarten!

Dazu benötigen Sie: 

•    Gefäss mit oder ohne Abzugsloch (vorsichtig wässern)
•    Gartenerde, torffreie Blumenerde
•    Aufblühende Frühlingsblumen wie Hornveilchen, Vergissmeinnicht, Schlüsselblumen, Lungenkraut, Duftveilchen, kleine Narzissen, Tulpen
•    Moos, Federchen, ausgeblasenes Wachtelei

Anleitung:

•    Wurzelballen der auserwählten Pflanzen gut wässern und austopfen.
•    Wenig Erde in das Gefäss füllen.
•    Pflanzen locker im Gefäss anordnen, wunschgemäss mit Vorder- oder Rundumansicht.
•    Mit Erde auffüllen, Giessrand nicht vergessen!
•    Mit angefeuchtetem Moos sorgfältig Erdoberschicht abdecken.
•    Nach Belieben ausschmücken mit Schneckenhäuschen, Wachtelei, Federchen.

Pflege: 

•    Je nach Standort – ob drinnen oder draussen – wenig Wasser geben. Bei bepflanzten Gefässen handelt es sich um eine relativ kurze Frühlingsfreude. Der Versuch, die Pflanzen nach dem Verblühen draussen auszupflanzen, lohnt sich!

 

© Fotos: Beka Bitterli