Japankäfer

Gefrässiger Japankäfer – was es über ihn zu wissen gibt

Er ist so gross wie ein Fingernagel, sehr gefrässig und sorgt momentan bei uns in der Deutschschweiz für Schlagzeilen. Bioterra hatte in der März-Ausgabe 2023 über den Japankäfer Popillia Japonica und weitere Schädlinge berichtet. Damals war dieser erst im Tessin aufgetaucht. Welche anderen fremden Schädlinge es bei uns gibt und was Sie gegen diese tun können, erfahren Sie weiter unten. Und wie Sie den grünlich schimmernden Japankäfer von anderen Artgenossen unterscheiden, was Sie mit biologischen Mitteln tun können, um ihn aufzuhalten und wo die Forschung momentan steht, haben wir für Sie zusammengetragen.

Wie sieht er aus?

Den ausgewachsenen Japankäfer – er ist zwischen 8 bis 12 mm lang und 5 bis 7 mm breit – erkennt man an den je fünf weissen Haarbüscheln am seitlichen Hinterleib sowie zwei weiteren solchen Haarbüscheln am Hinterteil. Sein Halsschild schimmert zudem grün-metallisch. Momentan kann er mit dem harmlosen Rosenkäfer verwechselt werden. Dieser ist aber deutlich grösser – 20 mm und schimmert am ganzen Körper metallisch grün. Grosse Ähnlichkeiten hat er mit dem Gartenlaubkäfer, sowohl punkto Grösse (8 bis 11 mm), wie auch dessen Aussehen: sein Kopfteil ist grün, der Rücken goldbraun. Unterscheidungsmerkmale zum Japankäfer sind die fehlenden weissen Haarbüschel am Hinterteil. Und anzutreffen ist der Gartenlaubkäfer momentan sowieso nicht, da er im Juni schwärmt. Der dritte, mit dem der Japankäfer verwechselt werden kann, ist der Maikäfer. Wobei auch dieser derzeit nicht mehr fliegt, zudem deutlich grösser ist – 20 bis 30 mm – und am ganzen Körper golden schimmert. 

Wie entwickelt er sich?

Von der Eiablage bis zum erwachsenen Käfer dauert es ein bis zwei Jahre. Junge Larven schlüpfen nach zwei Wochen aus den Eiern. Am Anfang ernähren sie sich von Pflanzenwurzeln und überwintern im Spätherbst in tieferen Bodenschichten (20 bis 25 cm, frostfrei) und verharren dort. Steigt die Bodentemperatur im Frühling wieder über 10 Grad, werden die Larven wieder aktiv, kriechen in die oberen Bodenschichten und fressen wieder an den Wurzeln. Im Mai/Juni schlüpfen die verpuppten Tiere. Hauptflugzeit ist zwischen Mai und Ende August. Weibchen legen zwischen 40 und 60 Eier. Noch mehr Informationen gibt es hier.

Gibt es natürliche Mittel, um den ausgewachsenen Japankäfer zu stoppen?

Nein. Natürliche Mittel gegen den Käfer, welche die Notfallzulassung erhalten haben, gibt es im Moment nicht. Die Forschung läuft aber seit längerem. Wenn Sie sicher sind, dass Sie bei sich im Garten einen Japankäfer gefunden haben, tun Sie dies: einfangen, in ein fest verschlossenes Glas stecken und über Nacht ins Gefrierfach. Danach im Hauskehricht und NICHT im Kompost entsorgen. Fotografieren Sie den Käfer ausserdem und schicken das Bild mit Angaben zum Fundort via E-mail an: japankaefer [at] strickhof [dot] ch.

Was kann gegen die Engerlinge des Japankäfers getan werden?

Nematoden, auch Fadenwürmer oder Älchen genannt, können den Engerlingen des invasiven Japankäfers wirksam zu Leibe rücken. Ihr Einsatz macht aber nur Sinn, wenn Sie bei sich im Garten ausgewachsene Käfer gefunden haben. Und nur dann. Das entsprechende Produkt Galanem – es wird auch gegen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers eingesetzt – ist bei Andermatt Biogarten erhältlich.   

Wo steht die Forschung?

Nebst internationalen Forschungen, die seit Jahren laufen, wurde u.a. ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der ZHAW in Wädenswil lanciert, bei dem die Larven des Japankäfers mit Hilfe von Spürhunden gefunden werden konnten.

Weiterführende Informationen.

Was im betroffenen Gebiet von Kloten läuft.

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Der nachfolgende Artikel wurde in der März-Ausgabe 2023 des Magazins «Bioterra» publiziert. Seine Inhalte beziehen sich auf den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand der Dinge.

Text: Isabel Plana

Bilder: David R. Lance, Creative Commons (Constanze Dornhoff), Flora Press, Goldlocki, Oregon State University, Steven Katovich, Juan Emilio, André Megroz, Eric Sylvestre, Birgit E. Rhode, Melissa MCMasters, Christoph Heuer, Katja Schulz, Yerpo, Olaf Zimmermann

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Wenn Beeren, Kirschbäume oder Trauben im Sommer einen stechenden, säuerlichgärigen Geruch verströmen, hat wohl die Japanische Kirschessigfliege zugeschlagen. In den meisten Gärten ist Drosophila suzukii, deren Larven die Früchte von innen her zerfressen und faulig werden lassen, längst kein Neuling mehr. Auch an die Marmorierte Baumwanze, die sich im Sommer über unsere Früchte und Gemüse hermacht und uns im Winter auf der Suche nach einem warmen Unterschlupf auf die Pelle rückt, haben sich viele schon gewöhnt. Halyomorpha halys hat mit ihrer massiven Vermehrung in den letzten zehn Jahren derart für Aufregung gesorgt, dass in ihrem Schatten eine weitere Wanzenart fast unbemerkt zu uns eingewandert ist: die Grüne Reiswanze. Die aus Ostafrika stammende Nezara viridula, die unserer heimischen Grünen Stinkwanze sehr ähnlich sieht, wurde erstmals Anfang der 1980er-Jahre in Köln entdeckt. Von dort aus breitete sie sich rheinabwärts Richtung Schweiz aus. Seit 2017 nimmt ihre Population hierzulande stark zu, wenn auch nicht in allen Regionen gleichermassen.

Wie die meisten ihrer Verwandten ernähren sich die Grüne Reiswanze und die  Marmorierte Baumwanze von Pflanzensaft, sie zapfen mit ihrem Rüssel Blätter und Früchte an, was vor allem bei Letzteren unschöne Spuren hinterlässt und zu Qualitätseinbussen führt. Das Spektrum an Wirtspflanzen ist bei beiden Wanzenarten ähnlich und äusserst gross: von Obstbäumen, Reben und Beeren über diverse Gemüsearten wie Tomaten, Mangold, Bohnen, Gurken und Peperoni bis hin zu Ackerfrüchten wie Mais und Soja, aber auch Gehölzen wie Hasel, Eschen oder Robinien. Eines dieser Gewächse suchen sich die Wanzenweibchen aus, um ihre Eier an einer Blattunterseite abzulegen. Die Nymphen, die daraus schlüpfen, verändern über fünf Entwicklungsstadien hinweg ihr Aussehen. Das macht ihre Bestimmung schwierig.

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Marmorierte Baumwanze

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Sie werden wir nicht mehr los. Denn die marmorierte Baumwanze hat sich längst bei uns etabliert. Um Gemüse, Obst und Beeren vor dem Vielfrass zu schützen, helfen nur Netze und manuelles Ablesen. Noch gibt es keine biologischen Mittel zur Bekämpfung von Halyomorpha halys. Aber sie hat eine natürliche Gegenspielerin, die Samuraiwespe. Diese ist ebenfalls aus Ostasien zu uns eingewandert.

Grüne Reiswanze

Verwandlungskünstlerin: Im Nymphenstadium verändert die Grüne Reiswanze ihr Aussehen mehrmals – von rötlich über schwarz mit gelb-weissen Punkten bis zu grün mit rot gebändertem Rand. Von der einheimischen Grünen Stinkwanze lässt sich die aus Ostafrika stammende Nezara Viridula durch die drei weissen Punkte unterhalb des Halsschilds und die transparenten Flügeldecken unterscheiden.

Tomatenminiermotte

Seit 2010 bei uns auf dem Vormarsch, hat es die aus Südamerika stammende Tomatenminiermotte Tuta absoluta auf Nachtschattengewächse wie Tomaten und Peperoni abgesehen. Die Larven dringen in die Blätter ein, fressen sich durch das Pflanzengewebe, wodurch die charakteristischen Miniergänge entstehen und es zu einem kompletten Blattsterben kommen kann. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt und entsorgt werden, um eine weitere Vermehrung zu stoppen. Bekämpfen lassen sich Tomatenminiermotten mit Lockstofffallen und Präparaten auf Basis von Bacillus thuringiensis oder Neem. Ihre natürlichen Gegenspieler sind Raubwanzen.

Baumwoll-Kapseleule

Die aus den Tropen und Subtropen stammende Baumwoll-Kapseleule hat sich im Mittelmeerraum etabliert. Von dort gelangt der Wanderfalter immer wieder auch auf die Alpennordseite. Die gefrässigen Raupen sind nicht sehr wählerisch, auf dem Speiseplan stehen sowohl Gemüse und Steinobst als auch Acker- und Zierpflanzen, vorzugsweise Tomaten und Mais. Zur biologischen Bekämpfung von Helicoverpa armigera sind Lockstofffallen und ein auf einem spezifischen Virus basierendes Präparat erhältlich. Auch Schlupfwespen und Nematoden kommen zum Einsatz.

 

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Gebietsfremde Insekten

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Jedes Jahr neue Insekten

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Japanische Kirschessigfliege, Grüne Reiswanze und Marmorierte Baumwanze sind längst nicht die einzigen invasiven Schadinsekten, die sich bei uns breitgemacht haben. Manche gefährden vor allem unsere heimischen Ökosysteme, andere sind hauptsächlich eine Bedrohung für die Landwirtschaft. Im Hausgarten haben alle das Potenzial, Schäden anzurichten, wenn auch in geringerem Ausmass. Tomatengärtnerinnen sollten vor allem die Tomatenminierfliege Tuta absoluta und die Baumwoll-Kapseleule Helicoverpa armigera auf dem Schirm haben, Beeren- und Steinobstfreunde die Maulbeerschildlaus Pseudaulacaspis pentagona.

Die Liste ist lang, und sie wird länger. «Jedes Jahr werden drei, vier neue eingeschleppte oder eingewanderte Insekten registriert, die Entwicklung ist sehr dynamisch», sagt Jürg Grunder, Experte für Pflanzenschutz an der  Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die meisten dieser Exoten gelangen als blinde Passagiere beim Import von Waren zu uns. Noch überlebt nur ein kleiner Teil die hiesigen Umweltbedingungen. Aber durch den klimabedingten Temperaturanstieg – in der Schweiz ist es heute durchschnittlich 1,5 Grad wärmer als noch vor 1990, Tendenz steigend – schaffen es immer mehr gebietsfremde Arten, den Winter zu überstehen. Mangels natürlicher Feinde können sich die Exoten dann vermehren und längerfristig bei uns etablieren.

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Bläulingszikade

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Die Bläulingszikade hat es gleich auf um die 300 Wirtspflanzen abgesehen: von Beeren und Obstbäumen bis zu diversen Gehölzen und Zierpflanzen. Die aus Nordamerika stammende Metcalfa pruinosa hinterlässt, wie alle Zikaden, unschöne Saugspuren an Blättern und Zweigen, scheint bisher aber keine Krankheiten zu übertragen. Sie kann sogar von Nutzen sein: Analog der Produktion von Waldhonig wird aus dem Honigtau, den die Bläulingszikaden beim Saugen ausscheiden, der besonders würzige Metcalfahonig gewonnen.

Maulbeerschildlaus

Die aus Asien stammende Maulbeerschildlaus wird vor allem an Beeren der Gattung Ribes – etwa Johnannisbeeren und Stachelbeeren – beobachtet sowie an Steinobst wie Kirschen und diversen Gehölzen von Ahorn über Maulbeere bis Flieder. Pseudaulacaspis pentagona besiedelt hauptsächlich die Rinde der Wirtspflanzen, stark befallene Pflanzenteile können durch die Saugtätigkeit absterben. Wie alle Schildläuse ist auch die Maulbeerschildlaus sehr widerstandsfähig und lässt sich nur schlecht bekämpfen. Im Hausgarten empfiehlt sich die mechanische Entfernung durch Abbürsten oder Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl. Ebenfalls möglich: die Behandlung mit ölhaltigen Präparaten, z. B. auf Basis von Neem- oder Rapsöl.

Kirschessigfliege

Sie befällt gesunde Früchte kurz vor der Ernte. Das macht es schwer, der Kirschessigfliege Drosophila suzukii Herr zu werden. Sie hat natürliche Fressfeinde wie Ohrwürmer, Spinnen, Raubwanzen und einige Käfer. Zur Reduktion der Population können zudem Fallen mit Apfelessig als Lockmittel eingesetzt werden.

Amerikanische Rebzikade

Im Weinbau besorgniserregend, im Hausgarten vor allem lästig, aber sehr selten: die Amerikanische Rebzikade Scaphoideus titanus.

Samuraiwespe

Eingewandert aus Ostasien, scheint aber nützlich: die Samuraiwespe Trissolcus japonicus parasitiert die Marmorierte Baum- und die Grüne Reiswanze.

 

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Gebietsfremde Insekten

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Nicht alle Neuankömmlinge sind gleich besorgniserregend. Die aus Nordamerika stammende Bläulingszikade Metcalfa pruinosa etwa, die sich hierzulande seit Anfang der 1990er-Jahre im Tessin etabliert hat, scheint zumindest für die Landwirtschaft kein allzu grosses Schadenpotenzial zu haben. «Das grösste Problem bei Zikaden ist, dass gewisse Arten Träger von pathogenen Viren oder Bakterien sein können», erklärt Jürg Grunder. So wie etwa die Amerikanische Rebzikade Scaphoideus titanus, die im Tessin, in der Genferseeregion oder im Wallis eine schwerwiegende, durch sogenannte Phytoplasmen (zellwandfreie Bakterien) hervorgerufene Rebenkrankheit verbreitet. «Im Garten sind die Zikaden vor allem lästig», sagt der Experte. «An den Blättern hinterlassen sie Saugspuren und Honigtau, der ein Nährboden für Pilze wie Russtau sein kann. Die Larven sondern zudem einen weissen Wachs ab. Pflanzen, die von Bläulingszikaden befallen sind, sehen nicht mehr schön aus, aber sie sterben in der Regel nicht ab.»

Ganz anders verhält es sich hingegen, wenn der gefürchteteJapankäfer zuschlägt. Dann bleibt von der Pflanze nämlich nicht mehr viel übrig. «So etwas Gefrässiges habe ich selten gesehen», sagt Jürg Grunder. «Auf dem Speiseplan von Popillia japonica stehen über 300 Pflanzenarten aus ganz unterschiedlichen Familien. Er kann sich von fast allem ernähren, was wir anbauen, genauso wie von diversen Zierpflanzen, Wildblumen und Waldbäumen.» Während die adulten Tiere sich in Scharen über Blätter, Blüten und Früchte hermachen und die Pflanze oberirdisch kahl fressen, richten die im Boden lebenden Larven unterirdisch Schaden an. «Sie ernähren sich von Wurzeln, bevorzugt von Gras-, aber auch von Maiswurzeln.» Nicht einmal der Rasen ist also vor dem Japankäfer sicher. 2014 nach Europa, genauer nach Norditalien, eingeschleppt, ist der asiatische Vielfrass mittlerweile auch in die Schweiz vorgestossen. 2017 wurden die ersten Exemplare in einem Rebberg im Tessin entdeckt. Auch wenn von ihm eine grosse Gefahr für die natürlichen Ökosysteme und die Landwirtschaft – und damit potenziell auch für den Gemüsegarten – ausgeht, besteht aktuell kein Grund zur Panik. Das Monitoring-Programm des Bundes, bestehend aus schweizweit rund 100 Fallen, weist nur für das Tessin lokale Populationen aus. «Im Rest der Schweiz gab es bisher nur Einzelfunde», sagt Jürg Grunder. «Wichtig ist, dass man einen Fund beim kantonalen Pflanzenschutzdienst meldet und die Käfer nach Möglichkeit durch Einsammeln oder mithilfe von Lockstofffallen einfängt.» Der trockene Sommer 2022 scheint die Situation zudem etwas entschärft zu haben. «Der Japankäfer ist offenbar nicht so gut damit zurechtgekommen, die Population in Norditalien ist leicht zurückgegangen», weiss Jürg Grunder. Man dürfe sich deshalb aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Japankäfer in der ganzen Schweiz etabliert. Das Potenzial dazu hat er, denn die Bedingungen hierzulande sind ideal, und von seiner Biologie her kann er auch strenge Winter überleben.» - Situation Stand März 2023

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Pilze, Fadenwürmer, Spürhunde

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Anders als damals bei der Kirschessigfliege, der Marmorierten Baumwanze und der Grünen Reiswanze sind wir dem Japankäfer nicht nur beim Monitoring, sondern auch bei der Bekämpfung noch einen kleinen Schritt voraus. «An der Agroscope laufen beispielsweise Experimente mit pathogenen Pilzen, die die Larven sowie die adulten Japankäfer befallen und dahinraffen sollen», weiss Jürg Grunder. Er selbst forscht an einer Methode, um die Käferlarven mithilfe von Fadenwürmern, sogenannten Nematoden, zu tilgen. In Laborversuchen hat er verschiedene einheimische Nematoden auf die Larven angesetzt. Die vielversprechendsten Kandidaten plant er demnächst in Freilandversuchen zu testen. Doch selbst wenn sich einer der Nematoden als geeignet herausstellen sollte, den Japankäferlarven den Garaus zu machen, ist das Problem noch nicht gelöst. «Um die Larven mit Nematoden zu bekämpfen, müssen wir wissen, wo sich die Larven befinden.» Auch dazu forscht Jürg Grunder. «Wir haben eine Reihe an Duftstoffen identifiziert, welche die Japankäferlarven absondern. Ziel ist es, Spürhunde auf diese spezifischen Duftstoffe zu konditionieren, damit diese die Larven im Boden anzeigen und wir dort gezielt die Nematoden einsetzen können.» - Situation Stand März 2023

Plain text
Mit einer grossen Pflanzenvielfalt lässt sich dem massenhaften Auftreten von Schadinsekten vorbeugen.
Source
Jürg Grunder

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Mühsames Absammeln

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Auch bei der Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze zeichnen sich Fortschritte ab. Nicht zuletzt, weil ihre natürliche Gegenspielerin, die Samuraiwespe Trissolcus japonicus, mittlerweile ebenfalls aus Asien in die Schweiz eingewandert ist. Noch wird das Potenzial der neuen Schlupfwespenart intensiv erforscht, die ersten Resultate lassen hoffen. Vor allem deshalb, weil die Samuraiwespe offenbar nicht nur die Gelege der Marmorierten Baumwanze, sondern auch jene der Grünen Reiswanze parasitiert. Da aber die Samuraiwespe als Nützling gegen die exotischen und gefrässigen Wanzen noch nicht zugelassen ist, bleibt Gemüsegärtner*innen vorerst nur das mühsame Absammeln der Insekten oder das präventive Einnetzen gefährdeter Kulturen. Und die Hoffnung, dass die Samuraiwespe von allein den Weg in den Garten findet.

Einem massenhaften Auftreten von Schadinsekten, einheimischen wie exotischen, lässt sich aber auch vorbeugen. «Zum einen mit möglichst naturnahen Bedingungen und einer grossen Vielfalt an Pflanzen und Strukturen. So fördern wir die Biodiversität und machen den Garten für Nützlinge attraktiv. Zum Beispiel für Raupenfliegen, welche die Grüne Reiswanze ebenfalls parasitieren können», erklärt Jürg Grunder. Zum anderen empfiehlt er, sich über Aussehen und Biologie der neuen Schadinsekten zu informieren. «Wenn man weiss, wann, wo und in welcher Form sie im Garten auftauchen könnten, kann man gezielt nach ihnen Ausschau halten, schneller eingreifen und den Fund im Fall von Quarantäneorganismen wie dem Japankäfer rechtzeitig melden.»

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